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Neue Wege gehen

Digitales Marketing ist in der Immobilienbranche nach wie vor ein bisschen Neuland. Wir sagen Ihnen, worauf es ankommt.

August 2018 · Lesezeit etwa 8 Min.
Kategorien: Digital, Immobilienvermarktung, Marken

Vor 24 Jahren stellte ein Informatiker aus einer Garage bei Seattle einen Online-Buchversandhandel ins Internet, weil er daran glaubte, dass Menschen die Vielfalt und Bequemlichkeit der Online-Bestellung schätzen würden – er behielt Recht. Der Rest ist Geschichte: Amazon ist heute eines der wertvollsten Unternehmen der Welt.

Verdanken tut es dies vor allem einer gesellschaftlichen Entwicklung, die in den vergangenen zwanzig Jahren alle Aspekte unserer Welt verändert hat: der Digitalisierung unseres Alltags.
Während die ersten Computer für den Konsumenten noch überschaubare Arbeitserleichterungen und viel Spielerei boten, hat sich seit der Erfindung des Smartphones ein Wandel vollzogen, in dessen Folge sich ein Großteil unseres Lebens in den digitalen Raum verschoben hat. Mit Hilfe von allerlei Apps kommunizieren wir mit anderen Menschen, pflegen Beziehungen, bezahlen Rechnungen und treiben Handel, konsumieren Wissen und Informationen und bilden so – vereinfacht gesagt – unser analoges Dasein im Digitalen ab.

Und wir haben begonnen, unsere Welt nach Symbolen zu sortieren: Freunde, Nachbarn und Kollegen finden wir in Whatsapp, die Geschäftspartner über LinkedIn und Outlook. Wenn wir ein Taxi brauchen, rufen wir ein Uber, statt eines Hotels buchen wir ein AirBnB und anstatt Fernsehen oder Kino schauen wir Netflix. So empfinden wir in einer zunehmend komplexen Welt ein Gefühl von Ordnung und Kontrolle und weil es uns die Dinge so erleichtert und es für jedes Bedürfnis eine App gibt, ist das Smartphone immer dabei und jederzeit zur Hand. Damit wird zum einen deutlich, dass die werbewirksame Aufmerksamkeit der Konsumenten im Alltag fast vollständig in den digitale Raum (sprich auf das Smartphone) gewandert ist und zum anderen, wie tief Marken in unseren Alltag vorgedrungen sind. Sie sind allgegenwärtig und definieren mit, wer wir sind. Dadurch ist die Verbindung zu ihnen viel emotionaler geworden und wir stellen höhere Ansprüche an sie. Wir gleichen ihre Werte mit unseren ab und wählen aus einer Vielzahl an Wettbewerbern ganz bewusst jenen, mit dem wir uns identifizieren können und der zu unserer Sicht der Welt passt. Manchmal rückt dabei das eigentliche Produkt sogar in den Hintergrund. Wenn wir unsere Marke gefunden haben, dann bleiben wir ihr meist treu, verteidigen sie gegen Kritik und versuchen unsere Mitmenschen von ihr zu überzeugen. Aus diesen Gründen ist es für jedes Unternehmen wichtig, sich oder sein Produkt als Marke zu etablieren, für die sich Menschen begeistern können. Nur so lassen sich heute enge Beziehungen zu Kunden und Nutzern aufbauen, die Krisen überdauern, organische Reichweite schaffen und sich auch auf zukünftige Entwicklungen und Kanäle im digitalen Raum transferieren lassen.

Denn bekannte Marken genießen einen Vertrauens- und Interessens- Vorschuss, der sich bei jedem neuen Produkt auszahlt. Doch wie wird man überhaupt gehört, bei all dem Lärm und Rauschen da draußen? Für die Werbetreibenden offenbart sich ein Dilemma: Auf der einen Seite erreichen sie mit ihrer Markenbotschaft heute dank umfassend verfügbarer Nutzerdaten und entsprechend präzisem Targeting in den digitalen Kanälen viel eher die potentiellen Käufer, für die ihr Produkt tatsächlich interessant ist. Auf der anderen Seite befinden sie sich aufgrund der globalen Vernetzung dort aber in einem größeren Wettbewerb. Neben einigen Traditionsmarken, die den Sprung in die neue Zeit gemeistert haben, drängen vor allem junge, innovationsgetriebene Unternehmen in alle Branchen vor und erobern in teils Schwindel erregendem Tempo Marktanteile, weil sie disruptiv und unvoreingenommen an bestehende Probleme herangehen und diese mittels neuer Technologien lösen. Und sie haben noch einen Vorteil: weil sie keine Altlasten aus der analogen Welt mit sich herumtragen, sind sie wendiger und können sich schneller auf die Anforderungen ihrer Nutzer einstellen.

Was also tun, im Wettrennen um das höchste Gut des noch jungen 21. Jahrhunderts: Die Aufmerksamkeit der Menschen? Werbekanäle optimal nutzen. Heterogene Zielgruppen lassen sich gezielt mit unterschiedlichen Inhalten ansteuern, was die Relevanz und damit die Aufmerksamkeit erhöht. Mit Bewegtbildern – ob vollständigem Projektfilm oder kurzen Kamerafahrten – lassen sich in den sozialen Netzwerken größere Reichweiten erzielen und deutlich spannendere Erzählperspektiven darstellen, als mit Standbildern. Diese lassen sich dann mit emotionalen Detailansichten ergänzen, bestimmte Merkmale des Projekts so hervorheben und die Geschichte damit weitererzählen. Interaktive 3D-Ansichten bieten weitere Möglichkeiten für eine aufmerksamkeitsstarke Präsentation und zukünftige VR- und AR-Technologien haben das Potential, die Art, wie wir Immobilien erleben und kaufen, maßgeblich zu verändern.

Wenn Sie es schaffen, über einen längeren Zeitraum einen erzählerischen Bogen zu spannen, der dazu führt, dass Interessenten sich neugierig auf Ihrer Webseite informieren oder sogar Kontakt aufnehmen, haben Sie nicht nur einen interessanten Lead für das vermarktete Objekt generiert, sondern – quasi nebenbei – auch viel für die Wahrnehmung und Reichweite Ihrer Marke getan. Das zahlt sich wiederum bei zukünftigen Projekten aus, wenn Sie die Potentiale nutzen. So lohnt sich die Investition in hochwertiges Bild und Bewegtbild-Material und ein passend gestaltetes Projektbranding gleich mehrfach.

Natürlich wird das klassische Print-Exposé weiterhin Bestand haben, doch findet der Erstkontakt in den meisten Fällen digital statt – und wie immer zählt auch hier der erste Eindruck. Die Zeiten, in denen sich Konsumenten mit ein paar harten Fakten und einer lieblosen Übersichtsdarstellung abspeisen ließen, sind endgültig vorbei.

Wir möchten Sie ermutigen, bei der Vermarktung Ihrer Immobilien nicht mehr in Visualisierungs-Stückzahlen zu denken, sondern in Geschichten. Dafür entwickeln wir gerne gemeinsam mit Ihnen ganzheitliche Vermarktungs-Konzepte und Multimedia-Content, mit dem Sie Ihre Objekte verkaufen und gleichzeitig eine positive Markenwahrnehmung erzeugen.

Jerome Pallero Lucas
Jerome Pallero Lucas Gründer & Kreativdirektor - Verantwortet als studierter Gestalter und Entwickler die Abteilungen Design und Digital und kümmert sich um das Business Development bei smpl. Seine Leidenschaft gehört allem Digitalen - wenn's dann noch gut aussieht, ist er völlig aus dem Häuschen.